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STUDIENVORBEREITUNG

Musik als Beruf

Wer schon seit frühen Kindertagen lange Zeit auf hohem Niveau ein Musikinstrument erlernt hat, der überlegt sich vielleicht, ob er/sie die Musik zum Beruf machen könnte. Und in der Tat gibt es Berufe, da ist das Beherrschen mindestens eines einzigen Instrumentes unbedingte Voraussetzung. Studiert wird an Musikhochschulen, an die man aufgenommen wird, wenn man eine mehrteilige Aufnahmeprüfung besteht.

Einige typische Berufe, die durch ein Studium an einer Musikhochschule angestrebt werden sind:
Orchestermusiker, Sänger, Kapellmeister (Dirigenten), Instrumental-Lehrer, Komponisten, Kirchenmusiker, Tonmeister, Toningenieure.

Davon deutlich zu unterscheiden ist das Berufsfeld von Musiklehrern an allgemeinbildenden Schulen. Dieser Studiengang, der nicht an Hochschulen sondern Universitäten angeboten wird, heißt Lehramt. Je nach Bundesland muss man als Lehramtsstudent zwei oder drei Fächer auswählen, in denen man später Schulkinder unterrichten möchte und von denen eben auch eines die Musik sein kann. Auch für das Lehramt-Studium im Fach Musik muss eine Aufnahmeprüfung abgelegt werden, die jedoch deutlich einfacher ist, als die Aufnahmeprüfung der Musikhochschulen. Es gibt sogar Universitäten, da reichen rudimentäre Kenntnisse in Gitarrenbegleitung - allerdings weiß ich aus Fortbildungsveranstaltungen für Musiklehrer, die ich früher regelmäßig angeboten hatte, dass solche nur unzureichend musikalisch präparierten Lehrkräfte es im Berufsalltag dauerhaft sehr schwer haben. Deswegen meine klare Empfehlung auch für das Lehram-Studium Musik: Es sollten beim Studienanwärter Qualifikationen vorhanden sein, die in etwa dem entsprechen, was in Aufnahmeprüfungen von Musikhochschulen verlangt wird.

Anforderungen im Hauptfach

Das Hauptfach im Musikstudium ist ein Musikinstrument oder Komposition. Die Anforderungen fürs Haupfach sind auf Grund des Bewerbungdrucks an den Hochschulen immens. Es kommt nicht selten vor, daß auf 10 freie Studienplätze im Hauptfach (z.B. Klavier) 100 Bewerber kommen. Aus diesen 100 Bewerbern werden dann mittels der Aufnahmeprüfung die Allerbesten 10 ausgewählt. Die zu erbringenden Leistungen müssen sich auf einem Niveau bewegen, wie es von Landes- und Bundes-Preisträgern bei "Jugend musiziert" erreicht wird, oder wie es die besten Mitglieder von Landessinfonie-Orchestern oder z.B. dem Bundes-Jugendorchester erreichen.

Kurz: Musik studieren kann nur, wer sich schon lange Jahre sehr intensiv mit einem Instrument beschäft hat.

Anforderungen in Theorie & Nebenfach

Die Aufnahmeprüfung an Musikhochschulen umfasst neben der Prüfung im sogenannten Hauptfach - also demjenigen Instrument, welches man studieren möchte - auch Prüfungen in Musiktheorie (Tonsatz), Gehörbildung und im Nebenfach.

Ist das Hauptfach ein anderes Instrument als das Klavier oder die Gitarre, muß zwingend als Nebenfach Klavier studiert werden. Deshalb wird auch in einer Aufnahmeprüfung zum Musikstudium vom Prüfenden das Darstellen seiner pianistischen Fähigkeiten im Nebenfach verlangt. Es müssen für das Nebenfach in der Regel zwei bis drei Klavierstücke mittleren Schwierigkeitsgrades vorgespielt werden, das kann jedoch von Hochschule zu Hochschule leicht differieren. Manchmal wird zusätzlich auch das Improvisieren, das Vom-Blatt-Spielen und/oder das Begleiten von Liedern verlangt. Näheres dazu erfährt man in den Prüfungsunterlagen der jeweiligen Hochschule, die man spätestens ein Jahr vor Teilnahme an der Aufnahmeprüfung anfordern sollte um sich entsprechend vorzubereiten.

Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung

Auf die Aufnahmeprüfung an Musikhochschulen, aber auch auf die Prüfung zum Lehramtstudium Musik an Universitäten, sollte man sich gewissenhaft vorbereiten. Bestehen keine oder nur unzureichende Kenntnisse in der Theorie, muß ein Jahr Unterricht in Musiktheorie und Gehörbildung einkalkuliert werden, um bei einer Aufnahmeprüfung reele Chancen zu haben.

Soll Klavier als Nebenfach belegt werden und es bestehen keinerlei Vorkenntnisse im Klavierspiel, müssen im allgemeinen zwei Jahre vorbereitender Unterricht einkalkuliert werden!

Als Hauptfach kann nur ein Instrument gewählt werden, welches man seit vielen Jahren mit viel Talent und großem Fleiß lernt. Wer sich über sein instrumentales Niveau unsicher ist, dem ist der Besuch von Abschluss-Konzerten der höchsten Jahrgangsstufen des Wettbewerbs "Jugend musiziert" anzuraten. In diesen Konzerten kann man das instrumentale Niveau seine Mitbewerber um die raren Studienplätze an den Musikhochschulen einschätzen lernen. Wer der Meinung ist, dass er bei einem solchen Wettbewerb keine Chance auf den ersten Preis hat, sollte vom Musikstudium entweder Abstand nehmen, oder entsprechend viele Jahre Vorbereitungszeit einplanen.

Studienvorbereitender Unterricht

Als Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung biete ich folgenden Unterricht an:

Musiktheoretischer Unterricht und Gehörbildung:
Mit diesem Unterricht sollte spätestens 12 Monate vor der Aufnahmeprüfung begonnen werden! In diesem Unterricht geht es mir nicht nur um die Vermittlung des zur Prüfung benötigten Wissens, sondern auch das gezielte mentale trainieren der Prüfungssituation. So ist es z. B. ein großer Unterschied, ob man ein Musikdiktat (eine gehörte Melodie in Noten aufschreiben) bisher nur in der Schule oder für den Hausgebrauch anwendet, oder unter dem strengen Reglement und dem großen Zeitdruck einer Aufnahmeprüfung.

Vorbereitung für das Klavier als Nebenfach:
Wer noch keine Klavierkenntnisse hat und Klavier "nur" als Nebenfach für das Studium benötigt, der sollte spätestens 24 Monate vor der Aufnahmeprüfung mit dem Klavierunterricht beginnen. Wer schon gute Klavierkenntnisse mitbringt, dem reichen 12 Monate Vorbereitungszeit auf das Nebenfach Klavier.

Vorbereitung für das Klavier als Hauptfach:
Dies ist nur geeignet für Klavierspieler, deren pianistisches Niveau dem von Jugend musiziert entspricht. Hier empfehle ich, spätestens 12 Monate vor der Aufnahmeprüfung mit dem prüfungsvorbereitenden Klavierunterricht zu beginnen.

Vorbereitung für Komposition als Hauptfach:
Eine Zulassung zum Kompositionsstudium ist grundsätzlich nur zu schaffen, wenn die pianistischen Fähigkeiten ungefähr dem eines Hauptfachstudiums entsprechen.
Sind zumindest rudimentäre Kenntnisse im Komponieren von Stücken vorhanden, dann reicht es, mit dem studienvorbereitenden Kompositionsunterricht 12 Monate vor der Aufnahmeprüfung zu beginnen. Sind noch keine kompositorischen Erfahrungen vorhanden, dann bedarf es eines ausführlichen Vorgespräches, um abzuklären, ob dieser Berufswunsch wirklich der richtige ist!

Pop, Rock, Jazz:
Zum Schluß noch einige Informationen zu diesen Stilrichtungen, die unter dem Begriff "Unterhaltungs-Musik" zusammengefasst werden. Alles oben gesagte gilt selbstverständlich auch für diejenigen, die Musik mit dem Schwerpunkt Unterhaltungsmusik studieren möchten. Auch im Bereich der Unterhaltungsmusik kann sich nur behaupten, wer Instrumentalfähigkeiten auf hohem Niveau besitzt und wer umfangreiche Kenntnisse in Theorie und Gehörbildung hat. Für diesen Stilrichtungen ist allerdings der Schwerpunkt leicht verschoben, nämlich hier wiegen die rhythmischen Fähigkeiten etwas mehr, als im Bereich der Ernsten Musik (von Laien "Klassik" genannt). Dies bedeutet für Aufnahmeprüfungen, dass Rhythmusdiktate deutlich komplexer sind, als sie dies in den Prüfungen des Bereiches Ernste Musik sind. Außerdem sind zur Prüfung andere Stücke vorzuspielen. Auch hier gilt: frühzeitig von den Hochschulen die Prüfungsunterlagen anfordern, um sich auf die Prüfung angemessen vorbereiten zu können.